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Science Slam

Wort+
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Mittwoch 13.05.2026
Wort+
Einlass: Uhr
Beginn: Uhr
Location: Arena
Vorverkauf: 12,00 € / erm. 8,00 € (zzgl. Geb.)
Diese Veranstaltung ist barrierefrei zugänglich.
Lesen und gelesen werden – Science Slam der Universität Potsdam

Von Tacitus’ „Germania“ bis Karl Mays „Winnetou“ reicht das literarische Spektrum des nächsten Science Slams der Universität Potsdam, der am 13. Mai um 20 Uhr in der Waschhaus Arena einige kulturwissenschaftliche Akzente setzt. Doch was genau geschieht im Gehirn, wenn wir lesen? Und wie liest eigentlich Künstliche Intelligenz? Ein Kognitionsforscher weiß Antworten. Ohne falsch zu informieren geht es diesmal auch um Falschinformationen: Zu erfahren ist, warum „alternative Fakten“ für wahr gehalten werden und „gefühlte Wahrheiten“ gefährlich werden können. Dr. Bryan Nowack, selbst erfolgreicher Slammer und Biologe, lenkt moderierend durch den Wettbewerb, bei dem das Publikum per Applaus und Punktvergabe entscheidet, wer am Ende gewinnt.

Wie „Aus Tacitus Nazitus wurde“ weiß Lateinstudent Leon Amelang, der sich mit dem Werk „Germania“ von Tacitus befasst hat. Der angehende Lehrer erklärt, was unter dem Begriff „Germanen“ zu verstehen ist und wie das aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. stammende Werk immer wieder von Rechtsextremen fehlinterpretiert und instrumentalisiert wird.

Um Karl May und die „Indianer“ kreist der Slam von Andreas Brenne. Der Professor für Kunstpädagogik und Kunstdidaktik widmet sich einer komplizierten Thematik: Ist May ein Brückenbauer zu fremden Kulturen mit dem Ziel universeller Verständigung – oder reproduziert er koloniale Fantasien, rassistische Stereotype und Übergriffe, deren Überwindung heute als notwendig gilt?

Nicht aus literatur-, sondern aus kognitionswissenschaftlicher Perspektive beschäftigt sich Dr. Dario Paape mit dem Vorgang des Lesens, bei dem Wörter erst einmal erkannt und dann zu Sinneinheiten kombiniert werden müssen. Blickbewegungen spielen dabei eine wichtige Rolle. Wie aber liest ein KI-Modell wie ChatGPT, das gar keine Augen hat?

Wie immer beim Science Slam basieren die Vorträge der Forschenden auf wissenschaftlichen Fakten. Auch, wenn es um „alternative Fakten“ geht. Der Soziologe und Staatswissenschaftler Dr. Christoph M. Abels erklärt, wieso Informationen, die offensichtlichen Tatsachen widersprechen, für wahr gehalten werden und warum „gefühlte Wahrheiten“ manipulierbar machen.