Nicht verpassen!! 27.März: Potsdam tanzt!
Mein Schloss
Di 31 März 2020
19:30 Uhr
Mein Schloss

MEIN SCHLOSS nennen die Tänzer und Musiker um Jean Laurent Sasportes ihr Tanztheaterstück zum Thema Autismus.

Die Idee hierzu hatten, anlässlich des vierzigsten Geburtstages des Vereins Autismus Wuppertal / Düsseldorf-Bergisches Land e. V., Stephanie Roos-Zech, die sich seit vielen Jahren einen Namen gemacht hat, als unermüdliche „Katalysatorin“, Ermöglicherin und Koordinationsexpertin an der Schnittstelle von Kunst und gesellschaftlicher Relevanz, insbesondere auch im Zusammenhang mit außergewöhnlichen Menschen, die sich nicht nach Schema „F“ einordnen und behandeln lassen, sowie der Choreograph und Pina Bausch Tänzer, der seit 1979 die Werke der großen Choreographin als Tänzer prägte und weltweit bei den Gastspielen des Wuppertaler Tanztheaters auf den Bühnen verkörperte. Sasportes war Wissenschaftler (studierter Mathematiker und Physiker), ehe er mit dreiundzwanzig Jahren beschloss Tänzer zu werden. Seit 1996 begann er nur noch als Gast für Pina Bausch zu tanzen und seine Karriere als Choreograph, Regisseur und Lehrer zu intensivieren.

Für dieses Unterfangen, „Mein Schloss“, konnte er beinahe eineinhalb Jahre Ideen, Eindrücke und Erfahrungen sammeln, indem er Autisten Tanz unterrichtete. Und es gelang ihm, für dieses Ereignis ein hervorragendes Ensemble aus vier Tänzer/innen und vier Musiker/innen zusammen zu stellen.

Das Ergebnis ist ebenso eindrucksvoll wie berührend, wenn hiermit die Schärfung unserer Wahrnehmung und unseres Verständnisses jenseits der Normen gemeint ist.

Feinfühlig und ohne Pathos erlauben uns die Protagonisten die Begegnung mit Menschen, die in ihrer eigenen Welt zu leben scheinen, die jedoch unzweifelhaft in der Unseren, der „Normalowelt“, stattfindet und uns allein schon deshalb etwas angeht. Teilweise humorvoll, ohne sich jemals lächerlich über etwas zu machen, wird uns vor Augen geführt, wie wenig wir doch über menschliche und seelische Architektur zu wissen scheinen, indem wir auf Mauern, aber auch Fenster und Türen treffen, wo wir im „täglichen Leben“ nur offene Plätze erwarten. Diese zu überwinden und zu öffnen bedarf es der adäquaten Schlüssel zu den individuell verschiedenen Schlössern, die die Türen und Fenster sichern. Patentrezepte scheint es hierbei nicht zu geben. Das kostet Zeit und Phantasie. Qualitäten und Güter die rar geworden sind, weil es hierzu Menschlichkeit und Klugheit bedarf.

(Text: Klaus Dilger)

Diese Veranstaltung findet im T-Werk in der Schiffbauergasse 4E (14467 Potsdam) statt.


Vorverkauf: 12,00 € / ermäßigt 8,00 € (zzgl.Geb.)
Abendkasse: 15,00 € / ermäßigt 10,00 €